Außergewöhnliche Fernlerner
Auf dem Weg zum Gipfel, die bemerkenswerte Leistung einer Krankenschwester
Während ihrer Elternzeit hatte sich Frau Jänicke-Stöger, Mutter von zwei Kindern, das feste Ziel gesetzt, über die Weiterbildung zur Fachwirtin im Sozial- und Gesundheitswesen die Voraussetzungen für einen beruflichen Aufstieg zu legen, um danach die Stelle einer Pflegedienstleitung besetzen zu können. Aufgrund ihrer familiären Situation und des etwas abgelegenen Wohnortes mitten im Bayerischen Wald kam für sie nur ein Fernlehrgang in Frage.
Ihren Tagesablauf während des Lehrganges beschreibt sie so: Frühstück richten, Kinder in den Kindergarten und zur Schule bringen, Mittagessen kochen, Hausaufgaben betreuen, Haushalt verrichten, Kinder ins Bett bringen und –wenn sich dann andere nach einem arbeitsreichen Tag auf der Couch zurücklehnen- von 21.00 Uhr bis Mitternacht Lehrbriefe durcharbeiten. Dies änderte sich auch nicht, als sie einen Monat nach Lehrgangsbeginn schwanger wurde und im August 2005 das dritte Kind zur Welt kam. Auch danach fuhr sie regelmäßig an den Samstagen, dem einzigen Tag, an dem sich ihr berufstätiger Mann um die Kinder kümmern konnte, zum 85 km entfernten Seminarort in Regensburg. Als weitere Belastung kam eine sehr schwere Erkrankung ihrer Mutter im Januar 2006 hinzu.

Die bisherige Hilfe bei der Kinderbetreuung fiel damit weg, die Pflege der Mutter kam hinzu. Dennoch verfolgte sie ihr Ziel konsequent weiter und schloss als Beste die IHK Prüfung ab, wofür sie den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung erhielt.
Mittlerweile hat der Jüngste das Kindergartenalter erreicht, was es ihr erlaubte, wieder in ihren Beruf zurückzukehren. Auch wenn man jetzt davon ausgehen könnte, dass der Tag nun wirklich ausgefüllt sei, plant sie schon die nächste Weiterbildung. „Ideal für mich wäre, wenn ich sie wieder als Fernlehrgang absolvieren könnte.“
Der Gipfel ist also noch nicht erreicht.
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